Ein römischer Legionär zu Gast an der RSA
von Ertl Michaela
Geschichte muss keineswegs nur aus Jahreszahlen und trockener Theorie bestehen – das wurde den Schülerinnen und Schülern der 6. Klassen eindrucksvoll vor Augen geführt. Denn als plötzlich ein römischer Legionär mit Helm, Schild und Speer die IZBB betrat, wurde der Geschichtsunterricht lebendig.
Am Montag, den 20. Juli, erwartete die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler ein ganz besonderes Erlebnis. Der Römerexperte Josef Geisberger besuchte die Realschule und nahm die Kinder mit auf eine spannende Reise in die Zeit des Römischen Reiches. In zwei abwechslungsreichen Unterrichtsstunden vermittelte er Geschichte auf anschauliche und praxisnahe Weise.
Als Experimentalarchäologe erschien Josef Geisberger in einer originalgetreu nachgebildeten Legionärsausrüstung und berichtete aus erster Hand über den Alltag römischer Soldaten. Um deren Lebensweise möglichst authentisch nachvollziehen zu können, hatte er selbst gemeinsam mit Gleichgesinnten in rekonstruierter Ausrüstung einen rund 500 Kilometer langen Marsch von Wien nach Regensburg unternommen.
Für viele Lacher sorgte eine nachgestellte Musterung, bei der Josef Geisberger eine Schülerin als angehende Legionärin auswählte. Dabei stellte er ihr die gleichen Fragen, die einst auch römischen Rekruten gestellt wurden: Besitzt du das römische Bürgerrecht? Bist du kräftig genug für den Dienst? Kannst du lesen und schreiben? Auf unterhaltsame Weise erhielten die Schülerinnen und Schüler so einen Einblick in die Voraussetzungen, die Männer damals für den Eintritt in eine römische Legion erfüllen mussten. Außerdem lernten sie, dass sich jeweils acht Legionäre ein Zelt und ein Lasttier teilten, beschädigte Waffen im Gefecht mit dem Hintermann ausgetauscht wurden und die aus den „Asterix und Obelix“-Geschichten bekannte Schildkrötenformation tatsächlich Teil der römischen Kampftaktik war.
Im praktischen Teil durften die Schülerinnen und Schüler schließlich selbst in die Rolle römischer Legionäre schlüpfen. Zunächst zeigte Josef Geisberger, wie ein Legionär seinen Schild in der linken Hand trägt, das Schwert seitlich zwischen zwei Schilden führt und welche Techniken beim Einsatz der Waffe wichtig waren. Anschließend wurde die berühmte Schildkrötenformation gemeinsam ausprobiert. Dabei zeigte sich schnell, dass das koordinierte Zusammenspiel aller Beteiligten gar nicht so einfach ist – umso größer war der Spaß, als die jungen Legionäre versuchten, sich in Formation vorwärtszubewegen.
Spätestens nach diesem außergewöhnlichen Vormittag waren sich die Schülerinnen und Schüler einig: Geschichte kann spannend, lebendig und zum Mitmachen sein.