Biologieunterricht zum Anfassen!

Im Oktober 2015 hielt Manfred Werdan, der öffentlich bestellte Sachverständige für Reptilien und Amphibien der Regierung von Oberbayern, einen interaktiven Lehrvortrag an der Staatlichen Realschule Arnstorf. Passend zum aktuellen Unterrichtsstoff im Fach Biologie nahm er die Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe mit auf eine spannende Reise in die Welt der Reptilien und Amphibien.

Manfred Werdan teilt sich mit knapp 200 Exemplaren dieser beiden Wirbeltierklassen Haus und Garten und besucht Schulen, um bei den Jugendlichen Verständnis sowohl für heimische als auch exotische Amphibien und Reptilien zu wecken und ihr Bewusstsein für den Artenschutz und artgerechte Haltung zu fördern. Die Lernenden erhielten Informationen über Vorkommen, Verhalten und Gefährdung bestimmter Tierarten dieser beiden Klassen. Mit seinen lebhaften und anekdotenreichen Vorträgen gab er unseren Schülern nicht nur Gelegenheit, sich mit den im Unterricht behandelten Tierklassen aktiv auseinanderzusetzen, sondern sie auch hautnah zu erleben. Ein weiteres Anliegen von ihm ist es auch, Ängste und Vorurteile gegenüber Tieren abzubauen.

So begann die Reise bei einem sehr ungewöhnlichen Vertreter der Wirbeltierklasse der Amphibien, dem Axolotl, dessen Name übersetzt „Wassermonster“ bedeutet. Die Entwicklung dieses Tieres bleibt im Larvenstadium stehen, was deutlich an den Kaulquappen-ähnlichen Außenkiemen bei bereits geschlechtsreifen Tieren zu erkennen ist. Weiter zeigte er den Schülerinnen und Schülern farbige Pfeilgiftfrösche, die jedoch in Gefangenschaft ungefährlich sind, da er ihnen die dafür ausschlaggebende Nahrung - beispielsweise giftige Gräser - entzogen hatte.

Als Vertreter der Reptilien hatte er Ringelnatter, Sandotter, Königspython, Blauzungenskink, Chamäleon, griechische Landschildkröten und Bartagamen im Gepäck. In Zusammenarbeit mit den Mädchen und Jungen wurden bestimmte Merkmale dieser Schlangenarten erarbeitet. So erkannten die Lernenden ohne Probleme z. B. die heimische Ringelnatter, welche in Deutschland besonders geschützt ist, an ihren beiden hellen halbmondförmigen Flecken am Hinterkopf. Auch die giftigste Schlange Europas, die europäische Sandotter, gab es zu bestaunen. Ihr Erkennungsmerkmal ist ein kleines Horn auf der Nase. Besonders interessant fanden sie auch das Chamäleon, das seine beiden Augen unabhängig voneinander bewegen kann, wodurch bei ihm zwei einzelne Bilder entstehen. Der Referent erklärte, dass der Farbwechsel - entgegen der weitläufigen Meinung - bei dieser Tierart in erster Linie nicht der Tarnung dient, sondern vor allem zur Kommunikation mit Artgenossen.

Zuletzt konnten die Jugendlichen noch auf „Tuchfühlung“ mit einigen Tieren gehen. Diese durften aus den „Boxen“ geholt, gestreichelt und fotografiert werden. Auf diese Art und Weise will Herr Werdan, den Schülerinnen und Schülern die Scheu vor diesen doch schützenswerten und faszinierenden Tieren nehmen.

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