Nach Unruhen in Uganda: Sorge um Partnerschule

Die Realschule Arnstorf und zahlreiche weitere Unterstützer der ugandischen Partnerschule Holy Dove sind seit dem Wochenende in großer Sorge. Am späten Sonntagabend wurde bekannt, dass es in der Region im Südwesten des ostafrikanischen Staates bei politischen Unruhen bis zu 60 Tote gegeben hat. Was genau dort tatsächlich passiert ist, lässt sich aus der Ferne schwer beurteilen. Die Nachrichtenlage ist dünn und zum Teil widersprüchlich. Das beklagt auch Jürgen Böhm, der Direktor der Realschule Arnstorf: "Wir sind in großer Sorge um die Schüler und Lehrer. Wir wissen immer noch nicht genau, was passiert ist, und was die politischen Ereignisse für die Holy-Dove-Schule bedeuten. Wir hören aber, dass es den Kindern wohl gut geht."

Böhm ist auch persönlich erschüttert von den Kämpfen. Im Oktober 2013 war der jetzt verhaftete König Charles Wesley zu Besuch in Arnstorf, um einen Kooperationsvertrag zu unterschreiben. "Wir werden die Kooperation auf jeden Fall aufrecht erhalten und der Schule alle Hilfe geben, die wir geben können", erklärte Böhm.

Klar ist bisher, dass bei tagelangen Kämpfen zwischen Regierungseinheiten und abtrünnigen Stammeskämpfern in der Region bis zu 60 Menschen getötet worden sind. Dabei handelt es sich um vier Polizisten und etwa 55 Anhänger des Stammeskönigs Charles Wesley Mumbere, wie ein ugandischer Regierungssprecher mitteilt. Der König sei festgenommen worden, nachdem seine Wohnhaus gestürmt worden sei.

Der Verein "Rwenzori e.V." hatte die "Holy Dove"-Sekundarschule aufgebaut. Der Vorsitzende Andreas Mühlbauer, ein gebürtiger Arnstorfer, war nach den Kämpfen ebenfalls alarmiert. Nachdem er sich bei seinen Verbindungsleuten vor Ort erkundigt hatte, konnte er aber Entwarnung geben: "Seit gestern ist alles wieder friedlich. Der Schulbetrieb läuft weiter und unsere Schule war auch nicht in unmittelbarer Gefahr." Mit negativen Folgen für die Projekte des Vereins rechnet Mühlbauer nicht. − ps

Passauer Neue Presse - Onlineausgabe vom 29.11.2016

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