Naturnahe Verkehrsflächen für den Unterricht nutzen!

In den vergangenen Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die globalen Umweltprobleme künftig weltweit entschlossene Gegenmaßnahmen erfordern. Darum haben die Vereinten Nationen im Dezember 2010 das gegenwärtige Jahrzehnt zur "UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011 - 2020" ausgerufen. Zu einer der größten Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft gehört in diesem Zusammenhang die zunehmende Erosion der biologischen Artenvielfalt.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz - unter der Projektleitung der Kreisgruppe Rottal-Inn - unterstützt der Markt Arnstorf den Bestandschutz heimischer Pflanzen an besonderen Standorten, unter anderem nahe des Schulzentrums in der Bürgermeister-Haberl-Straße.

Die Artenkenntnis und der Artenschutz haben im Fach Biologie einen zentralen Stellenwert in der Ausbildung von Schülerinnen und Schülern an der Realschule. Darum nutzen die Biologielehrkräfte gerne die vom Markt Arnstorf angelegten Flächen zur Bestimmung der Arten.

Der Sommer hat inzwischen Einzug gehalten. Ausgestattet mit kleinen Pflanzenbestimmungsbüchern verließen die Kinder der Klassen 5 a und d ihre Klassenzimmer und gingen ins Freie, um Biologieunterricht einmal anders zu erleben. Sie erkannten Pflanzenraritäten anhand deren Blütenfarbe und nach der Zahl ihrer Blütenblätter, die sonst auf den intensiv von der Landwirtschaft genutzten Flächen nicht zu finden sind. Hier wären z. B. zu nennen:

  • die Karthäusernelke, eine Widnelke, von der unsere Gartennelke abstammt,
  • die angenehm duftende Moschusmalve,
  • die Skabiosenflockenblume, ökologisch wertvoll nicht nur für Bienen, sondern auch für Wespen und Schmetterlinge,
  • die Schafgarbe, eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die für ihre entzündungshemmende Heilwirkung bekannt ist,
  • der Glatthafer, eine Süßgräserart, der sehr gut mit Trockenheit zurechtkommt und
  • das Echte Labkraut, das in den Blättern einen Stoff enthält, der wie das Lab aus dem Kälbermagen, die Milch zum Gerinnen bringt und deshalb früher zur Käseherstellung verwendet wurde.

Ein Schüler meinte: „Ich habe gar nicht gewusst, dass Blumen so schön bunt und interessant sein können!“ Das merkte man auch an der regen Beteiligung vieler Kinder bei der Bestimmung der Wildpflanzen.

Von jeder Pflanzenart wurden zwei Exemplare für die Klassenzimmer mitgenommen, in kleine Vasen gestellt und mit dem entsprechenden deutschen Namen beschriftet.

Auf diese Weise des Unterrichts fällt es den Schülern nun leichter, die Pflanzennamen zu lernen und sich auch für die Zukunft zu merken.

Die Lehrer bringen es auf den Punkt: „Von Vorteil für uns Lehrende ist nicht nur, dass die bunte Blütenpracht so nahe an der Schule liegt, sondern auch, dass diese Flächen nicht gemäht werden und man somit jederzeit diese Grünstreifen besuchen kann. Zudem ändert sich die Pflanzenvielfalt über das ganze Jahr.“

Für die Schule und somit für die nachfolgende Generation an Erwachsenen sind die naturnahen Verkehrsflächen wirklich sehr gewinnbringend!

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