Wanderausstellung „Biber – Die guten Geister des Wassers“

Am 19. Februar gab es für die 6. Klassen nicht nur die Zwischenzeugnisse, sondern auch viele interessante Informationen über den Biber von Frau Marianne Watzenberger, Vorsitzende der Ortsgruppe Unterer Inn des Bund Naturschutz. Ihr Anliegen war es mit Hilfe dieser Wanderausstellung in den Räumen der Sparkasse Rottal-Inn, Geschäftsstelle Arnstorf, einiges über dem am Wasser - hier an der Kollbach - großen Schaden anrichtenden Bewohner richtig zu stellen.
Zunächst erarbeitete die Referentin mit den Schülerinnen und Schülern die besonderen Körpermerkmale des größten Nagetieres Deutschlands. Interessant ist z.B. sein Schwanz, der in der Fachsprache auch „Biberkelle“ genannt wird. Mit diesem klatscht er bei Gefahr laut auf das Wasser, wodurch er seine Familienmitglieder warnt. Auffällig an seinem Gebiss sind seine vorderen, innen weiß und außen braun gefärbten Nagezähne. Diese sind vorne aufgrund von Eiseneinlagerungen hart und innen weich, so dass sie stets scharf geschliffen sind. Außerdem besitzt ein Biberzahn keine Wurzeln, so dass er immer weiter wachsen kann.

Als reiner Vegetarier ernährt er sich im Herbst und Winter von der nahrhaften Rinde. Am Holz selbst hat er kein Interesse! Auch zu diesem Zweck fällt er Bäume. Im Sommer stehen Pflanzen in und am Wasser, Gräser, Blätter und Obst auf seinem Speiseplan.

Er legt mächtige „Biberburgen“ als Erdbauten am Ufer oder als Holzhochbauten im Gewässer an, die ihren Eingang immer unter Wasser haben.

Wie wir alle wissen, baut dieses geschickte Säugetier, das bis zu 20 Minuten unter Wasser zu verharren vermag, bis zu 100 Meter breite Staudämme aus Ästen und anderen Naturmaterialien, um dadurch die Gewässer zu vertiefen und zu verbreitern. Es liegt wohl in der Natur des Menschen zuerst den Nachteil von diesem Dammbau zu sehen: Angrenzende Felder werden überschwemmt, womit häufig ein großer wirtschaftlicher Schaden einhergeht. Ein wichtiger Vorteil ist aber, dass Biber Rückhaltebecken erschaffen, die sonst künstlich gebaut werden müssten, um Hochwasser zu vermeiden. Zudem profitieren von den entstandenen Biberseen viele andere Tierarten, wie z. B. Libellen, Fischotter, Schwarzstörche, Eisvögel, Wasserschlangen und Reptilien. Man findet nach Aussage von Frau Watzenberger achtzig Mal mehr Fische in einem gestauten Gewässer als in einem Fließgewässer. Deshalb bekommt man in der Nähe von Biberseen auch den selten gewordenen Graureiher häufiger zu Gesicht. Der Biber ist somit auch „Baumeister der Artenvielfalt“ bei den Wasserpflanzen, wie Dotterblume, Seerose, Schwertlilie und Schilf, um nur einige Beispiele zu nennen.
Der Mensch ist der einzige natürliche Feind dieses heutzutage streng geschützten Tieres. Daher macht man sich strafbar, wenn man seinen Lebensraum zerstört oder ihn tötet. Bei Ärger mit dem Biber kann man sich an einen der 400 Biberberater in Bayern wenden. Die Unterstützung reicht von Schutzdrähten, über Stromzäune bis hin zu Umsiedelungen und Ausgleichszahlungen.

Frau Marianne Watzenberger meinte abschließend, dass ein Zusammenleben zwischen dem schon 15 Millionen Jahre in Bayern lebenden Biber und dem Mensch, der erst seit etwa 100.000 Jahren hier ansässig ist, doch möglich sein müsste!

Diese kostenlose Ausstellung kann noch bis zum 26.02.2016 in der Sparkasse Rottal-Inn, Oberer Markt 1, zu deren Geschäftszeiten besucht werden.

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