Wie begegne ich den „Hochs“ und „Tiefs“ meines Jugendlichen

Begeisterungsfähig und dann wieder mal „null Bock“, gestern war das Teil noch total „in“ und heute ist es „megaout“. Mit solchen Stimmungsschwankungen sind alle Eltern in der herausfordernden Zeit der Pubertät konfrontiert. Sehr viele von ihnen nutzten deshalb die Chance sich beim Vortragsabend, den der Förderverein der Realschule Arnstorf organisiert hatte, zu informieren. Von zwei erfahrenen Experten konnten die anwesenden Eltern aus erster Hand erfahren, wie man am besten den „Hochs“ und „Tiefs“ der Jugendlichen begegnet. Die Referenten, Dr. Joachim Weiß (Dipl. Psychologe u. Familientherapeut) und Laura Meier (M.sc. Psychologie), beide tätig in der Erziehungs-, Jugend- u. Familienbe-ratungsstelle Rottal-Inn, beschrieben umfassend die Risiken aber auch die Chancen, die diese bewegte Zeit der Pubertät umfassen kann. Das Spektrum reicht von Rückzug bis hin zu Widerstand und Aggression, manchmal sogar zu Gewalt gegenüber sich selbst oder Geschwistern, Mitschülern und manchmal sogar Eltern. Auch über den nicht zu unterschätzenden großen Einflussfaktor der Personen, mit denen sich die Jugendlichen in dieser Zeit umgeben, berichteten die Referenten aus ihrer langjährigen Beratungspraxis. Und auch die traurige Tatsache, dass bei Jugendlichen die Selbsttötung die zweithäufigste Todesursache in dieser Zeit der Selbstfindungsphase ist, blieb nicht unerwähnt. Auf welche möglichen Signale und Verhaltensauffälligkeiten die Eltern hier in diesem Zusammenhang achten sollten, beschrieb die Referentin einfühlsam. Denn bei Jugendlichen sind es oftmals auch Kurzschlussreaktionen.

In diesem Lebensabschnitt sind aber auch extreme Hochgefühle möglich. Manch Teenager sprüht dann nur so vor Energie und Lebensfreude, hat unglaubliche Wünsche, Ideen und Träumereien. Für die Eltern heißt es dann aber „cool“ bleiben, die Phantastereien nicht zu bagatellisieren, sondern ihnen mit Respekt zu begegnen. Dies ist auch ein wesentlicher Hinweis, den die Referenten an die Zuhörer weitergaben, den respektvollen Umgang miteinander, auch wenn es schwerfallen sollte. Immer wieder das Gespräch anbieten und den Kontakt aufrecht halten, lauteten die weiteren Empfehlungen für diese turbulente Zeit.

Zu zwei typischen Alltagssituationen mit Jugendlichen (männlicher Jugendlicher spielt extensiv gewaltverherrlichendes Computerspiel u. weiblicher Teenager hat ein Problem und zieht sich zurück), die von einer DVD abgespielt wurden, konnten die Anwesenden über mögliche Lösungsvarianten diskutieren. Innerhalb dieser Elterndiskussion kristallisierte sich dann mehrheitlich die Meinung heraus, dass es eine alleinige richtige Vorgehensweise nicht gibt.

Trotz der Erkenntnis, dass es allen Eltern in dieser Entwicklungsphase ihrer Kinder sehr ähnlich ergeht, bleibt die Tatsache, dass diese Zeit der Erziehung anstrengend ist und die Eltern dranbleiben und achtsam sein müssen, immer wieder die Grenzen setzen und für das, worauf sie Wert legen, um Einhaltung kämpfen müssen. Zum Dank für den äußerst informativen Vortrag gab es am Ende der Ausführungen für die beiden Referenten noch ein kleines Präsent von der Fördervereinsvorstandschaft.

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