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Verena Stadlbauer und Beethovens Elise

Eine Schülerin gibt Beethovens Elise ein Gesicht und überzeugt die Jury des Bayerischen Rundfunks

Beethovens „Für Elise“ stellt wohl eines der berühmtesten Klavierstücke weltweit dar. Mit dem einleitenden Halbtonwechsel schafft Ludwig van Beethoven eine Melodie, die nicht nur Pianisten sämtlicher Nationen bekannt ist, sondern über welche auch Nichtmusiker mit großer Wahrscheinlichkeit im Lauf ihres Lebens stolpern. Umso faszinierender, dass die Hintergrundgeschichte dieses Stücks seit jeher ein großes Geheimnis bleibt und Musikwissenschaftler nach wie vor darüber streiten, wer diese Elise gewesen sein könnte.

Eine Schülerin der staatlichen Realschule Arnstorf schnappt sich genau dieses Mysterium und gibt der rätselhaften Figur ein Gesicht, sodass man meinen könnte, Verena Stadlbauer wäre am 27.April 1820 höchstpersönlich in Beethovens Zimmer gestanden und hätte die Entstehung der berühmten Komposition live miterlebt. Und mit ihrer Version der Entstehungsgeschichte verwandelte die Schülerin in der Phase des Distanzunterrichts den Arbeitsauftrag einer Onlinemusikstunde in einen Preis des Bayerischen Rundfunks, der sich sehen lassen kann. Zum 250. Geburtstag des berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven hat Do Re Mikro, Klassik für Kinder, den Wettbewerb „Beethoven Mystery XXL“ ausgeschrieben, in welchem Kinder dazu aufgefordert wurden, eine Bildergeschichte zu selbigen Komponisten kreativ fortzusetzen. Dieser Wettbewerb bot sich perfekt als freiwillige Aufgabe im Zuge der Musikstunde zum Thema „Epochen der Musikgeschichte“ an. „Lüftet das Geheimnis“, heißt es in der Wettbewerbsbeschreibung. Verena Stadlbauer macht genau das in einem 4seitigem Comic, der ein kleines Mädchen namens Elise zeigt, welches neugierig an Beethovens Wohnungstür klopft, sich zu ihm gesellt und am Ende Inspiration für den Titel des soeben entstandenen Stückes wurde. Als eine von 270 Einsendungen überzeugte Verenas fantastische Zeichnung die Jury der Do Re Mikro Redaktion des BR, welche mit einem Sachpreis und einer Urkunde geehrt wird.

Wie es zu dieser Idee kam? „Ich habe recherchiert und mich an die Geschichte von ‚Für Elise‘ erinnert. Und da man ja bis heute nicht weiß, wer diese Elise genau ist, habe ich mich einfach für ein kleines Mädchen entschieden.“ Auf die Frage, ob sie gern das kleine Mädchen gewesen wäre, meint die Schülerin lächelnd: „Wäre schon lustig gewesen, mit ihm etwas zu komponieren“.

Lustig und aufregend wird es bestimmt, wenn Verena ihren Preis erhält, auch wenn es aufgrund der Coronasituation nicht wie geplant im Funkhaus München stattfinden kann und die Siegerehrung wie so vieles online gelöst werden muss.

„Beethoven hätte sicher seine helle Freude gehabt“, heißt es in der Mail der Do Re Mikro Redaktion, welche Verenas Sieg verkündet. Eine mindestens genauso große Freude bereitet dies der Realschule Arnstorf, welche stolz darauf ist, dass sich einzelne Schülerinnen und Schüler in dieser schwierigen Zeit der negativen Schlagzeilen in ihrer Kreativität und ihrem Engagement nicht einschränken lassen und für positive Nachrichten sorgen. Herzlichen Glückwunsch, liebe Verena.

Für diejenigen, welche die virtuelle Preisverleihung mit Checker Tobi verfolgen wollen, gibt es am kommenden Samstag 05.12.2020 folgende Möglichkeiten: Ab 10 Uhr findet man die Preisverleihung im Internet unter www.br.de/kinder/beethoven und um 17:05 werden im BR-Klassik die besten Beethoven Geschichten zu hören sein.

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